Oberhessen stärken

Bildquelle: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Hessen

Wetterauer GRÜNE schlagen Infrastrukturförderprogramm für ländliche Gemeinden vor

„Es reicht nicht aus, über Probleme im ländlichen Raum zu reden, wie es in den letzten Jahren in allen Parteien auf verschiedenen politischen Ebenen üblich war. Es müssen auch Taten folgen,“ sagt Michaela Colletti, Kreistagsabgeordnete und Kandidatin für das Direktmandat zur Bundestagswahl von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Deshalb werden die GRÜNEN in der kommenden Kreistagssitzung ein Infrastrukturförderprogramm des Wetteraukreises für die ländlichen Gemeinden beantragen. Die Idee dazu war bereits Bestandteil ihres Programms zur Kommunalwahl 2021.

„Unsere grüne Politik für ländliche Räume in Hessen und darüber hinaus ist vor allem als Daseinsvorsorge oder, um es mit den Worten des Bundespräsidenten zu sagen, als ‚Dableibevorsorge‘ angelegt,“ begründet Colletti den Antrag ihrer Fraktion. „Die ländlichen Gemeinden attraktiv zu machen ist auch ein Mittel, um die Städte zu entlasten, und wir sehen in einem kreiseigenen Förderprogramm einen Beitrag, um gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Kreisteilen zu erreichen.“

Marcus Stadler, Kreistagsabgeordneter der GRÜNEN aus Nidda, ergänzt: „Es macht keinen Sinn, immer mehr Fläche in den westlichen Kreisteilen zu versiegeln und für Wohnbauformen zu verschwenden, die sich kaum noch jemand leisten kann. Dort, wo es möglich ist, muss auch in den Städten des Wetteraukreises verdichtet werden und dort, wo viel Wohnraum nicht genutzt wird, muss dessen Anpassung an aktuelle Bedarfe gefördert werden. Genau das ist bei uns im ländlichen Raum die Herausforderung.“

Mit einem Programm, wie es die Kreisgrünen vorschlagen, sollen zum Beispiel Formen des modernen mobilen Arbeitens, wie sie durch die Coronakrise immer interessanter geworden sind, aber auch die Optimierung von Grundrissen zu Wohnzwecken, in alter Bausubstanz der Dörfer gefördert werden.

In diesem Programm der GRÜNEN sind auch Klimaanpassungsmaßnahmen und der Beitrag zum Klimaschutz bei der Sanierung von öffentlichen und privaten Gebäuden sowie Initiativen zur Mobilitätsverbesserung ohne motorisierten Individualverkehr und zur Sicherung der Grundversorgung in ländlichen Ortsteilen enthalten. Ein vergleichbares Programm gibt es schon seit Jahren im Main-Kinzig-Kreis. Die GRÜNEN weisen darauf hin, dass eine kreiseigene Förderung nur dort greifen kann, wo andere Programme des Bundes, des Landes und der EU nicht angewendet werden können.

Bestärkt fühlt sich die größte Oppositionspartei im Wetterauer Kreistag durch eine Formulierung in der Koalitionsvereinbarung von CDU und SPD. Dort ist davon die Rede, den Überschuss der Oberhessischen Sparkasse in den ländlichen Raum zu investieren. Die GRÜNEN wollen noch einen Schritt weiter gehen und eine Mindestausstattung dieses Programms aus dem Haushalt des Wetteraukreises absichern.

„So etwas haben wir im vergangenen Jahr schon zur Förderung des Klimaschutzes beantragt, was die Mehrheit des Kreistages mit CDU und SPD jedoch abgelehnt hat. Wir begrüßen es, wenn die Koalition unsere Ideen jetzt aufgreift. Wir wollen diese Entwicklung beschleunigen sowie transparent und partizipativ gestalten,“ unterstreicht Colletti mit Blick auf die Koalition.